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Adlitz

Außenansicht der Kapelle Adlitz
Außenansicht der Kapelle Adlitz

Nachdem jedes Jahr in früheren Jahren im Mai 3x wöchentlich eine Maiandacht vor dem Dorfkreuz abgehalten wurde, mußte Anfang der sechziger Jahre wegen des immer weiter steigenden Verkehrsaufkommen dieser Brauch aufgegeben werden.

Von da an wurde der Wunsch nach einer Kapelle immer lauter. Erfreulicherweise stellten die beiden Cousinen Kunigunde Neus (Hs-Nr.39) und Barbara Popp (Hs-Nr.22) das gemeinsam geerbte Grundstück Hs-Nr.40 mit samt den darauf stehenden Gebäuden zum Bau einer Kapelle kostenlos zur Verfügung.

Chronik

Am 23. März 1975 wurde der Kapellenbauverein Adlitz auf Anregung von Pfarrer Johannes Greßkowski ins Leben gerufen.
Als Gründungsmitglieder sind Josef Neus, Adalbert Löffler, Margarete Bauernschmitt, Franz Neus, Franz Dannhäußer, Konrad Neus und Georg Haas benannt.

Alsbald wurde mit dem Abbruch der alten Gebäude und mit dem Neubau der Kapelle begonnen. Die Planung für das künftige Gotteshaus übernahm Josef Popp aus Pottenstein. l.Vorsitzender des Kapellenbauvereins war immer Kraft seines Amtes der zuständige Pfarrer von Poppendorf. Zum Zeitpunkt des Kapellenbaues war dies Pfarrer Johannes Greßkowski.
2. Vorsitzender war Georg Haas (Hs-Nr.15), unter dessen organisatorischer Leitung der Neubau entstand. Die technische Leitung hatte der Maurer Josef Sölla Hs-Nr.9).

Das erforderliche Bauholz wurde zum allergrößten Teil von der Baronin Elisabeth Freiin von Seefried auf Buttenheim und Adlitz gestiftet, aber auch von Bauern aus den umliegenden Ortschaften wie Brünnberg, Steifling, Hohenmirsberg und Haßlach.

Sämtliche Hand und Spanndienste wurden von Adlitzer Bürgern geleistet. Die Finanzierung des Neubaus war jedoch erst möglich durch Spenden von verschiedenen Firmen, Banken und Gewinnen aus örtlichen Aktionen, wie z.B. Christbaumverlosungen und „Bausteinverkauf". Der größte Teil aber wurde durch Spenden von privater Hand abgedeckt.

  • Gesamtbaukosten 112.000,-- DM
  • Material und Sachspenden 16.000,- DM
  • Arbeitsstunden (ca. 4000 h)  40.000,- DM
  • Spenden 56.000,- DM

Zur Innenausstatung konnte aus der Kirche von Poppendorf der Altartisch, der aus Stein gehauene Taufstein und ein Ciborium übernommen werden. Das Wandkreuz und ein Kelch, sowie die kleine Madonna wurden von Adlitzer Bürgern gestiftet.

Die Staturen Petrus und Paulus stammen aus der kleinen Feldkapelle am Fußweg von Adlitz nach Poppendorf. Sie waren lange Zeit wegen Diebstahlgefahr im Pfarrhaus in Hohenmirsberg zwischengelagert und der dortige Pfarrer Popp hat sie restaurieren lassen. Die große Madonna ist eine Dauerleihgabe der Familien Wolf und Kobbe aus Brünnberg.
Die 14 Kreuzwegstationen sind eine Stiftung des damaligen Pfarrers Greßkowski.

Nachdem die alte Glocke aus dem Jahre 1943 ihren Geist aufgab, musste noch vor der Einweihung des Gotteshauses eine neue Glocke angeschafft werden.

Dies führte zu einer besonderen Begebenheit. Die neue Glocke wurde irrtümlich nach Adlitz bei Erlangen geliefert. Aus diesem Lapsus entwickelte sich eine lockere Bekanntschaft der beiden Ortschaften, die durch Besuche und Gegenbesuche teilweise bis heute noch aufrecht erhalten wird.

Einweihung

Am 2. Sonntag im Juli 1978 wurde die Kapelle der Heiligen Muttergottes geweiht und dies mit einem weltlichen 3-Tagesfest verbunden.

Von diesem Tag an bis zu ihrem gesundheitlichen und altersbedingten Ausscheiden im August 2000 übernahm Frau Lina Neus (Hs-Nr.31) den Messnerdienst mit all seinen Nebenarbeiten einschließlich Blumenschmuck.
Das religiöse Leben hatte wieder Ordnung und neuen Schwung. Seither werden abwechselnd alle 4 Wochen Freitags Gottesdienste oder Andachten, und in der Fastenzeit, im Mai, Oktober und November an den Sonntagen Rosenkränze gehalten. Ebenso wird am 13. eines jeden Monats der Fatima-Rosenkranz gebetet.

Im Jahr 1983 wurde eine Orgel angeschafft und in den Jahren 1997 und '98 wurde die Kapelle außen und innen renoviert. Dabei wurde auch ein neues Ciborium angeschafft, das bisher verwendete wurde wiederan die Kuratie Poppendorf zurückgegeben.

Eine Gedenktafel an der Rückwand der Kapelle erinnert an die verstorbenen Adlitzer Bürgerinnen und Bürger.

Neugestaltung des Vorplatze

In der Zwischenzeit wurde im Jahr 2019 der Außenbereich und der Weg hin zur Kapelle neu gestaltet und neu angelegt.
Vom 06.08. - 29.08.2024 ist die Kapelle innen neu renoviert, die heiligen Skulpturen und Teile des Kreuzweges in Bamberg neu restauriert worden.