Bau und Geschichte der Kirche
Am 26. Februar 1897 gründeten 18 Einwohner aus Kirchahorn, Weiher und Christanz mit Pfarrer Anton Grasser aus Oberailsfeld und dem Fürstbischöflichen Forstverwalter Ludwig Renner aus Weiher den „katholischen Kirchenverein Kirchahorn“. Ziel und Zweck des Vereins war, der Bau einer Kirche in Kirchahorn. Als besonderes Zeichen dieser Einigkeit ist zu erwähnen, dass diese drei Ortschaften eigentlich auf die Pfarreien Poppendorf, Volsbach und Oberailsfeld aufgeteilt waren und bis heute sind. Nach ersten grundlegenden Vereins- und Verwaltungsarbeiten, konnte 1903 die Planung der Kirche beginnen. Zuerst musste mit dem Kirchahorner Schmied ein Grundstückstausch vorgenommen werden, dies wurde von Amtman Wiener vollzogen.
Zum Bau wurden Steine im ,,Kreinsgrund" gebrochen, etwa 200m unterhalb der Bärenbrücke im Ailsbachtal. Transportiert wurden diese auf der vom gräflichen Amtmann Renner von 1901 - 1910 neu gebauten Straße von Oberailsfeld nach Kirchahorn. Felsbrocken brachten Kuhbauern aufgehängt zwischen Vorder- und Hinterwagen unter Aufsicht des Maurers Matthias aus Eichenbirkig nach Kirchahorn. Der Kirchplatz wurde erhöht. Gelagert wurden die Steine im Schmiedsgarten und von dort über eine Rutsche hochgezogen. Die Gräfin „von Schönborn“ stiftete zusätzlich 5 m3 Bauholz. Der Hauptinitiator beim Bau der Kirche war Amtmann Wiener.
Die Madonna wurde in einem Graskorb von der Schlosskapelle Weiher nach Kirchahorn getragen, der Altar stammt aus Wiesentheid bei Würzburg. Es waren fünf Stühle vorhanden und das Harmonium wurde von der evangelischen Kirche ausgeliehen. Das geweihte Kreuzpartikel wurde vom Sohn des Hannberger Richter mit dem Fahrrad vom Bamberger Dom abgeholt. Durch Spenden und Opfergelder war es möglich, die Kirche dann am 13. Oktober 1913 auf den Namen „Heilig Kreuz“ einzuweihen. Bei der Einweihung wurde der evangelische Pfarrer als Ehrengast von seinem Pfarrhaus abgeholt. Damit wurde der Mitbruder und die Evangelischen Christen besonders geehrt, da diese beim Bau tatkräftig mithalfen.
Zur Einweihung der Kirche trugen Mädchen Gedichte vor. Von Ria Wiener wurde Herrn Pfarrer Martin der Schlüssel zur Kirche auf einem Kissen überreicht. Die Ministranten waren unter anderem die beiden Vettern Johann und Hans Zeilmann, der erste Meßdiener war Johann Richter aus Kirchahorn. Das Mahl war im Gasthaus Hofmann und die Köchin war Babette Hösch aus der Neumühle. Der Einbau der Bestuhlung wurde erst 1925 abgeschlossen. Die Baukosten für die Kirche betrugen 13.000 Reichsmark. Dies entspricht einem Wert von ca. 85.000,-€ (1,-RM im Jahr 1913 ≙ 6,60€). Jedes Mitglied musste bis zu 2 Mark Zinsen im Jahr leisten. Die Filialkirche in Kirchahorn wurde vor und nach dem 2. Weltkrieg vom jeweiligen Pfarrer der Pfarrei Oberailsfeld betreut. Von 1950 bis 1986 übernahm Pfarrer Löser die Seelsorgestelle in Kirchahorn.
Umbauten und Sanierungen
1966 ließ man von der Firma Dietmann aus Lichtenfels eine neue Orgel im Wert von über 11.000 DM einbauen. Weitere Renovierungs- und Ausbauarbeiten folgten dann. So wurde in den 70er Jahren eine elektrische Heizung installiert und der Kirchturm neu gesichert. Seit 1985 bis in die heutige Zeit wurden der Altar restauriert, die Sakristei mit neuen Möbeln ausgestattet, die Deckenleuchten erneuert, alle Kniebänke gepolstert und die Orgel überholt. Hauptsächlich wird die Kirche durch Spenden, Vereinsbeiträgen und freiwilligen Arbeitseinsatz der Mitglieder unterhalten.
Die letzte größere Renovierungsaktion war eine Schädlingsbekämpfung im Jahr 2018. Dafür wurde die Kirche komplett luftdicht in Folie eingepackt und biologisch gegen Holzschädlinge begast.
(Verfasser: Michael Zeilmann)
