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Volsbach, Mariä Geburt

Außenansicht der Pfarrkirche Volsbach
Außenansicht der Pfarrkirche Volsbach

Die Kirche Mariä Geburt prägt das Ortsbild des Pfarrdorfes Volsbach. Sie liegt inmitten des Friedhofes und stellt so die Verbundenheit zwischen den Lebenden und den Verstorbenen der Pfarrgemeinde dar.

Geschichtliches

Bereits um 1130 ist in einer alten Handschrift von einer „Kirche der heiligen Maria" in Volsbach die Rede. In den Archiven des Bamberger Erzbistums taucht Volsbach 1421 das erste Mal als Pfarrei auf.

Die Ursprünge dieser Kirche reichen bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Der Turm gehört im Kern noch dieser Zeit an. Er stammt wohl noch von der Vorgängerkirche. Das Langhaus wurde, wie die Jahreszahl über dem heutigen Seiteneingang angibt, 1474 erbaut. 1510 wurde der Kirchenbau schließlich mit der Errichtung von Chorraum und Sakristei beendet. Die Übergänge dieser verschiedenen Bauabschnitte sind auch heute noch erkennbar.

1712 wurde die Kirche durch Blitzschlag stark beschädigt. Der Turm stürzte ein und zerschlug Dach und Gewölbe des Chorraumes. Die daraufhin notwendig gewordene Instandsetzung verlieh dem Gotteshaus seine jetzige bauliche Gestalt. 

Außenbau

Der Außenbau zeigt eine sehr bemerkenswerte Gliederung durch reiche Steinmetzarbeit. An der Nordwand blicken von den Strebepfeilern des Langhauses die Köpfe von Hase, Eber und Hund herab. An der Südseite erkennt man die Wappen derer von Wichsenstein und Groß von Trockau. Östlich des Turmes zeigt ein Relief an der Chorraumwand Christus als Leidensmann zwischen zwei Engeln.

Bei genauem Hinsehen findet man auch einige der vielen Steinmetzzeichen. Das Hauptportal wird flankiert von zwei klassizistischen Grabsteinen. 

Innenraum

Das Innere wurde mehrmals neugestaltet. Im 17. Jahrhundert entfernte man die gotische Ausstattung, barockisierte die Kirche und stuckierte die Chorraumdecke. Letzte Reste des mit der Zeit schadhaft gewordenen und deshalb entfernten Stucks sind das Wappen des Bamberger Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683 - 1693) an der Ostseite des Chorbogens sowie das Allianzwappen des damals in Glashütten ansässigen Geschlechtes derer von Lüschwitz-Lindenfels über einem der Südfenster.

Auch der mit Pflanzendekor geschmückte Taufstein (1680), der immer wieder an die Zugehörigkeit zu Christus erinnern soll, gehört dem Barock an.

1901 besann man sich auf den ursprünglichen Stil der Kirche und stattete sie neugotisch aus. Die heutige Ausstattung entstammt meist dieser Zeit.

Heute präsentiert sich das Gotteshaus sehr schlicht, weil es in den 60er Jahren ein moderneres Aussehen erhalten sollte. Und so nahm man viele Teile der Ausstattung heraus. So fielen der neugotische Kreuzweg, das Gesprenge des Hochaltares, die Seitenaltäre und der Kanzeldeckel sowie die schönen Bilderfenster im Chorraum mit der Darstellung der Apostel dem Zeitgeist zum Opfer und wurden vernichtet bzw. weggegeben. 

Vieles von der einst so reichen Ausstattung ist also unwiederbringlich verloren und nur noch wenige alte Fotografien zeugen von der ehemaligen Existenz. 

Ausstattung

Der Flügelaltar von 1901 zeigt das Weihnachtsgeschehen in herrlicher Ausschmückung. In der Fastenzeit werden die einfacheren Bilder gezeigt, die Passion und Auferstehung unseres Herrn darstellen. Der Altar wird bekrönt von einer Marienfigur, die noch aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der Erbauungszeit des Chorraumes, stammt. Ihr zur Seite stehen die Heiligen Laurentius und Stephanus. Der Volksaltar wurde dem Stil des Hochaltares angepasst. 

Auch der hölzerne Aufbau der Kanzel ist neugotisch. Die Kanzelfelder trugen früher die Darstellung der Evangelisten samt ihren Symbolen. Der Kanzelfuß wurde bereits 1510 als Fuß des Sakramentshäuschens gefertigt. Nachdem dieses mit der Anschaffung eines Tabernakels überflüssig wurde, wurde er aus der Chorhauswand herausgebrochen und hier seiner neuen Bestimmung übergeben. Die frühere barocke Kanzel wurde nach Hochstahl verkauft.

Der historische Dachstuhl der Pfarrkirche und das Turmdach wurden 2016/2017 saniert. 

2020/2021 wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten u. a. an Hochaltar, Figuren und Kreuzwegstationen durchgeführt, ebenso gab es Elektro-, Putz- und Malerarbeiten. Auch die Orgel erhielt im Zuge der Maßnahme oben auf der zweiten Empore einen neuen Standort.

Am 07.08./08.09.2024 feierte die Pfarrei Volsbach groß das 550-jährige Weihejubiläum der Pfarrkirche Mariä Geburt. 

Alljährlich am 23. Dezember wird in Volsbach die Ewige Anbetung in ehrwürdiger Tradition begangen. Im Anschluss an die heilige Messe zieht eine feierliche Lichterprozession durch den festlich geschmückten Ort. Rund 3500 Lichter erhellen Volsbach, während die beleuchteten Berghänge eine besondere Atmosphäre schaffen.