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Drosendorf, St. Laurentius

Außenansicht der Kirche Drosendorf
Außenansicht der Kirche Drosendorf

Geschichtliches

Die heutige Kirche St. Laurentius in Drosendorf wurde im Jahre 1719 von Gregor und Dionysius Finsterwalder von Scheßlitz erbaut. Das anspruchslose barocke Gebäude mit einem Dachreiter überrascht durch seine prächtige spätbarocke Ausstattung.

Das erste Kirchlein in Drosendorf war eine Kapelle, die auf dem Bäckerkellerplatz in Drosendorf stand, rechts vom Treppenaufgang zur heutigen Kirche. Wie aus einer alten Kirchenrechnung von 1699 hervorgeht, wurden 2425 Dachziegel für die Neueindeckung der ca. 70 qm Dachfläche benötigt.

Die Kapelle soll bis 1750 oder 1760 dort gestanden sein. Die älteste, noch vorhandene Glocke dieser Kapelle aus dem Jahre 1645 wird jetzt im Leichenhaus verwendet. Sie wurde von Hans Kopp aus Forchheim 1645 mit der Inschrift: „Gloria in Excelsis Deo“ gegossen. Der Patron der Kapelle war St. Stephanus.

Innenausstattung

Der Kirchenpatron ist heute, wie schon erwähnt, der Hl. Laurentius, der 2. Patron der Hl. Apostel Andreas. Die Kirchendecke wurde gewölbt und die Kirche nach und nach mit einer sehr schönen spätbarocken Ausstattung versehen. Das Hochaltarblatt mit dem Martyrium des Hl. Laurentius hat der Hollfelder Pfarrherr Johann Philipp Schweighel selbst gestiftet. Darüber befindet sich der Hl. Andreas von M. Gütlein. Weitere Figuren am Hochaltar sind der Hl. Laurentius und der Hl. Kilian.

Die drei nussbaumfunierten Altäre sind sehr wertvoll. Die zwei Seitenaltäre hat nach den pfarrlichen Akten im Jahre 1739 der berühmte „Schreiner von Hollfeld“ Nikolaus Trautner gefertigt. Der linke Seitenaltar zeigt die "Unbefleckte Empfängnis", sowie die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Auf dem rechten Seitenaltar ist der Nährvater, der Hl. Josef dargestellt, sowie Figuren des Hl. Johannes Nepomuk und St. Gangolf. Die Kanzel und die Empore sind im Rokoko‐ Stil gehalten. Die sehenswerten Kreuzwegstationen sind zum Teil aus dem späteren 18. Jahrhundert.

Neben der bereits genannten Glocke von 1645 war noch eine weitere, größere Glocke vorhanden. Da sie aber während der Kriegszeit ein „Ablieferungsopfer“ geworden war, schaffte man zwei neue an, die mit sehr schönem Klang ausgestattet sind. Sie wurden von der Firma Lotter in Bamberg gegossen. Diese wurden 1952 in den Dachreiter aufgehängt.

Im September 1961 wurde die Kirche renoviert. Bei den Außenarbeiten wurden neue Stützmauern vom Schulhaus zum neuen Treppenaufgang hergestellt. Bei den Ausgrabungen für die Fundamente der Mauern wurden viele Knochen und Totenköpfe vom alten Friedhof gefunden, der 1719 beim Bau der Kirche aufgelöst wurde. Diese Funde wurden nun im neuen Friedhof beigesetzt. 

Leichenhaus am Friedhof

In den Jahren 1973/74 wurde ein Leichenhaus errichtet. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung durchgeführt. In den kleinen Glockenturm wurde die Glocke vom Jahr 1645 von Hans Kopp aufgehängt.

Urkunden im Turmkreuz

1990 wurde das Turmkreuz erneuert. Im Sockel des alten Kreuzes kamen einige Urkunden zum Vorschein, die für die geschichtliche Entwicklung der Kirche und des Ortes Bedeutung haben: 

  • Die erste Renovierungsarbeit wurde 1937 unter Kuratus J. B. Gagel durchgeführt. In einem Schriftsatz beklagt er die Unterdrückung der Kirche und die fehlende Meinungsfreiheit. 
  • Im Jahr 1968 war erneut eine Turmreparatur fällig, der Verfasser der zweiten Urkunde war Kuratus Adalbert Hollfelder. Er beklagte die Zweiteilung Deutschlands, den Kalten Krieg zwischen Ost und West und das Gewaltregime in der DDR unter Walter Ulbrich.