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Freienfels, St. Bartholomäus

Außenansicht der Pfarrkirche Freienfels
Außenansicht der Pfarrkirche Freienfels

Geschichtliches

Die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus, eine kleine Dorfkirche im oberen Wiesenttal, hat eine wechselvolle Geschichte. Wie andere Kirchen in der Fränkischen Schweiz spiegelt sie die oft leidvolle Geschichte der Region wider. Kunsthistorisch bietet das Gotteshaus manch Interessantes.

Auf den ersten Blick fällt die Nähe der Kirche zum Schloss, der früheren Burg, auf und die deutliche Entfernung zu den Wohnhäusern. Eine sehr enge Verbindung zur Herrschaft muss also gegeben gewesen sein. Es liegt nahe, dass der Bau an der Stelle der früheren Burgkapelle errichtet wurde.

Die Burg Freienfels wurde im Jahr 1283 erbaut, die Besitzer waren aus dem Geschlecht derer von Aufseß. Aus der heutigen Anlage lässt sich ersehen, dass es sich um einen stattlichen Bau gehandelt haben muss: 1510 hatte die Burg zwei Gräben und mehrere Kemenaten. 1525 wurde der Adelssitz im Bauernkrieg zerstört.

Während des Dreißigjährigen Krieges besetzten im Jahre 1628 Bamberger Truppen Freienfels, Besitz der protestantischen Aufseßer. Schließlich kam 1681 die Herrschaft Freienfels mitsamt den bäuerlichen Untertanen an die katholische Linie derer von Aufseß. Die neuen dörflichen Potentaten ließen die Burg zu einem Schloss umbauen und auch die Kirche erneuern, die damit, zuvor evangelisch, wieder katholisch wurde: cuius regio ‐ eius religio. Der Untertan hatte die Konfession des Herrn anzunehmen. In Freienfels ging das damals nicht ohne Widerstand ab, noch im Jahr 1720 wurden drei Kapuzinermönche eingesetzt zur Bekehrung der anderthalb Jahrhunderte lang evangelischen Einwohner.

Deckengemälde und Innenausstattung

Das Mittelbild an der Decke des Kirchenschiffs von Sankt Bartholomäus ist vermutlich  Ausdruck der konfessionellen Wirren: die apokalyptische Maria, Jesus auf dem Arm, das Kind kämpft mit dem Kreuzstab gegen den Drachen zu Füßen der Muttergottes. Die in ihrem Selbstverständnis rechtgläubige katholische Konfession gegen die so verstandene lutherische Häresie? Keine abwegige Interpretation?!

Die Decke von St. Bartholomäus in Freienfels gilt als eine der reichsten Stuckdecken in einer Kirche der Fränkischen Schweiz.

Sorgfältig gearbeitete Heiligenskulpturen am Hauptaltar des Gotteshauses und im Chorraum ‐ aus der katholischen Zeit ‐ und steinerne Epitaphe der Renaissance ‐ der protestantischen Epoche ‐ an den Innenwänden sind wert, gewürdigt zu werden.

Geschichte der Pfarrkirche im Überblick

  • 1283 Burg erbaut unter Otto von Aufseß
  • 1490 Burgkapelle erbaut
  • 1525 Zerstörung im Bauernkrieg
  • 1530 Pankraz von Aufseß führte in Freienfels den lutherischen Glauben ein
  • 1604 Schlosskapelle neu erbaut
  • 1681 Besitztum ging an die katholische Linie der Familie zurück
  • 1700 ‐ 1708 Grundlegende Erneuerung der Kirche durch den Bamberger Domdekan Karl Sigmund von Aufseß, der hervorragende Künstler zur Ausgestaltung der Kirche beauftragte
  • 1708 Einweihung der Kirche
  • 1718 Einrichtung eines Hospizes für 3 Kapuzinermönche durch Philipp Friedrich von Aufseß
  • 1756 Ablösung durch Dominikanermönche
  • 1806 Auflösung des Hospizes
  • 1856 Kirche, Hospiz (Pfarrhaus) gehen in den Besitz der katholischen Kirchengemeinde über
  • 1881 Freienfels wird zur Pfarrei erhoben
  • 1890 Anbau der Sakristei
  • 1963 Unter dem damaligen Pfarrverweser und anschließenden Erzbischof Dr. Elmar Maria Kredel wurde der Turm und Außenputz erneuert
  • 1966 Unter Pater Schnell wurde die Kirche innen komplett renoviert und umgebaut, die Empore wurde teilweise und die Kanzel komplett entfernt, der Altarraum wurde umgestaltet