Geschichtliches
Bereits im Jahre 1390 stiftete Martin Förtsch von Thurnau seinen Schönfelder Zehnten zum Bau einer Kapelle, die später als die Neustetter, genannt Stürmer, ihren Stammsitz in Schönfeld hatten, zu einer Schlosskapelle erweitert wurde. Im Jahre 1397 wurde sie dem Augustinerchorstift Neunkirchen am Brand einverleibt. Auf Bitten des Klosters erhob Papst Bonifaz IX. im gleichen Jahr Schönfeld zur Pfarrei.
Die heutige Pfarrkirche, die aus der Schloßkapelle hervorging, ist ein gut erhaltener Bau aus den Jahren 1619-1625 durch Meister Joh. Bonalino, auch Meister Biberillo und Julio Nigerio sind genannt. Die Steine kamen aus Donndorf und Eckersdorf bei Bayreuth. Die Quackensteine und Tauchsteine zum Woben von der Schönfelder Gegend. Der Kirchturm wurde 1620 gebaut.
Das Gotteshaus ist ein massives gotisches Gebäude, der Chor mit zwei Jochen und 5/8 Schluss, Langhaus mit 3 Jochen und eingezogenen Strebepfeilern. Turm im nördlichen Chorwinkel. Über dem Westeingang (Haupteingang) ist das Hoheitswappen des Fürstbischofs Joh. Gottfried von Aschhausen von einem Kronacher Bildhauer angebracht.
Zwei Epithaphien im Innenraum
- In jenem beim Marienaltar ist diese Überschrift eingegraben: „Anno 1565 Montag nach trium Regum ist in Gott christlich verschieden die Edel und tugendhaft Frau Elisabeth Neustetterin eine geborene von Wolmershausen wailand Sebastian Neustetters seligen edle Hausfrau derer Seele Gott gnädig und barmherzig sey.“
- Und in dem anderem beim Herz Jesu Altar liest man folgende Inschrift: „Anno 1562 am Sonntag Exaudi in Gott christlich verschieden der Edel und Er… Sebastian Neustetter – Stürmer – genannt – der Flter zu Schönfeld, dessen Seele Gott gnädig sey und ihm eine fröhliche Auferstehung verleihen wolle Amen.“
Neben den Epithaphien sind noch drei Wappen von Neustettern in der Kirche vorhanden. In der Mitte des Schiffes und außer der Kirche über der hinteren Kirchentüre ist das bereits oben genannte Wappen des Fürstbischofs Gottfried von Aschhausen zu Bamberg, der als Familienwappen ein Rad mit fünf Speichen führte, eingemauert. Auf diesem Wappen ist die Inschrift eingegraben: Episcopus 1522 Bambergensis.
Patronats- und Kirchweihfest
Das Kirchenpatronatsfest ist an Kreuzauffindung, welches am 3. Mai gefeiert wird. Das Kirchweihfest wird am Sonntag nach Kiliani gefeiert und wenn Kilian auf einen Sonntag fällt, so wird es an diesem Tag gehalten.
Ausstattung der Pfarrkirche
Der Hochaltar ist frühbarock, seitlich St. Heinrich und Kunigunde mit je einem halben Dommodell, oben Engel und feine Strahlenmuttergottes von Theiler. Das sehr gute Altarblatt der Kreuzigung mit einem vorzüglichem Miniaturbildnis des Stifters Pfarrer Joh. Hildensperger, Kanonikus von St. Gangolf in Bamberg und das obere kleine Bild der Auferstehung sind vermutlich Werke von Johann Rottenhammer zu Bamberg. Der Tabernakel stammt aus dem Jahre 1760 und ist eine schöne Rokoko–Arbeit.
In den Seitenkapellen stehen einfache barocke Nebenaltäre.
Spätrenaissance ist die hölzerne Kanzel, in ihren Nischen die Bilder der vier Evangelisten, mit einem Schalldeckel, ruhend auf einer Steinsäule.
Der Kreuzaltar mit lebensgroßem Kruzifix stammt aus der Mitte des17. Jh., die übrigen Figuren und Umrahmung um 1808 von dem Bildhauer Friedrich Theiler aus Ebermannstadt, Stiftung des Pfarrers Delscher ( in Schönfeld 1805 – 1809). Nach neueren Erkenntnissen könnte auch der Kreuzaltar von dem tüchtigen Bildhauer Theiler in Ebermannstadt hergestellt worden sein. Am 20. Dezember 1915 wurde er vom Gymnasiallehrer Zitzmann aus Bayreuth abfotografiert für ein wissenschaftliches Werk über Theiler, dessen Ruf selbst bis nach Moskau drang, wo er einen Auftrag erhielt. Er starb 1826. Es konnte nicht herausgebracht werden, ob Pfarrer Peter Phil. Delscher, der den Altar auf eigene Kosten einrichten ließ, ihn direkt aus Ebermannstadt bezogen, oder ihn einer Klosterkirche entstammend, für Schönfeld erworben hat. Er passt nämlich nicht zum Stil der Kirche.
Aus der alten Schlosskapelle stammt der Taufstein, aus Sandstein gehauen in Kelchform auf Sechseck, oben am Kranz die Zwölfboten, am Schaft befinden sich die Wappen des Sebastian Neustetter d. J. und seiner Ehefrau Magdalena von Rechenberg.
Auch das Totenschild des Sebastian Neustetter d. Älteren und der Epitaph der Elisabeth Neustetter, geb. von Wolmershausen, gest. 1565, Mutter des Erasmus Neustetter sind noch vorhanden. Vom Grabstein des Sebastian Neustetter d. Ä. gest. 1562 ist die Inschrift beim Kanzelaufgang erhalten geblieben. In Glaskästen zieren gute Holzfiguren der Muttergottes und St. Anna, die kleine Maria führend, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die Strebepfeiler.
